Glossar zum Film - Thank you for calling

Mobilfunkindustrie 

 

Eine der am stärksten wachsenden Industriezweige der letzten beiden Jahrzehnte. 1993 gab es 34 Millionen Handy-Verträge weltweit. 2013 waren es bereits 6,8 Milliarden Verträge. In der westlichen Welt sind es mittlerweile mehr Verträge als Einwohner. Die Industrie macht heute, nicht zuletzt durch die Verknüpfung der modernen Smartphones mit dem Internet, weltweit rund 17 Billionen Dollar Umsatz pro Jahr. Die Mobilfunkindustrie als Wirtschaftsfaktor ist heute in den U.S.A. größer als die gesamte Landwirtschaft, Flugverkehrswirtschaft, oder die Automobilindustrie und kommt bereits an die Öl- und Gasindustrie, sowie die Computerindustrie heran.

 

SAR-Wert

 

Wenn Strahlungsenergie auf den Körper trifft, wird sie vom Gewebe absorbiert, was eine Erwärmung des Gewebes bewirkt. Der „Spezifische Absorptionswert“, kurz SAR, misst diese Strahlungsbelastung in Watt pro Kilo. Die WHO empfiehlt bei Mobiltelefonie Geräte mit einem SAR-Wert von maximal 2 Watt/Kilo oder darunter. Um den ausgeschriebenen SAR-Wert der Geräte zu erreichen, muss allerdings laut Hersteller stets ein Abstand der Strahlungsquelle zum Körper eingehalten werden. Dieser variiert von 0,5 bis 2,5 cm, je nach Hersteller. In der Praxis lassen sich jedoch bei vielen Geräten Werte von weit über 2 Watt/Kilo messen (siehe Pasi Niemi). Der SAR-Wert eines Geräts wird wie auf unserem Bild unter Laborbedingungen gemessen.

 

EMF-Projekt

 

Für Mobilfunk zuständiges Forschungsprojekt der Radiation and Envirionmental Health Unit der WHO. EMF ist die Abkürzung für Electromagnetic Fields.

 

CTIA – „The Wireless Association“

 

Verband der Kommunikationsindustrie, der alle großen Player der Branche vereint, mit Sitz in Washington  DC. Die Hauptaufgabe des CTIA ist Lobbying. Als vor einigen Jahren zu den traditionellen Anbietern wie Motorola oder T-Mobile auch die Giganten der drahtlosen Kommunikation hinzukamen wie Apple, Sony, Microsoft und Google, wurde der ursprünglichen Abkürzung für „Cellular Telephone Industries Association“ die Bezeichnung „The Wireless Association“ hinzugefügt.  

 

„War Game Memo“

 

Ein Strategiedokument, das 1994 von der amerikanischen Lobbying-Agentur Burson Marsteller im Auftrag von Motorola ausgearbeitet wurde, nachdem erste Studien mögliche Gesundheitsrisiken fanden. Die Bezeichnung „War Game Memo“ stammt von Insidern.  Darin werden Empfehlungen für den Umgang mit möglicherweise geschäftsschädigender Wissenschaft zum Thema Handystrahlung gegeben. Die wesentlichen  Eckpfeiler der Strategie: 1) die Qualität der Studien anzuzweifeln und die Wissenschaftler in diesem Sinne zu diskreditieren, 2) die Reproduzierbarkeit jeder nicht gefälligen Studie einzufordern und möglichst selbst zu kontrollieren 3) generell  eigene Studien zu finanzieren und somit zu kontrollieren, 4) Verbraucher über die Medien zu beruhigen und generell jedes Gesundheitsrisiko abzustreiten.

 

WHO

 

„World Health Organisation“ –  Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf seit 1948.  Grundsatz: Gesundheit ist ein Menschenrecht. Jeder hat ein Recht auf den höchst möglichen Gesundheitszustand.

 

WTR

 

Das Forschungsinstitut „Wireless Technology Research“, gegründet von Dr. George Carlo und finanziert über einen Forschungsauftrag des CTIA über 25 Mio. Dollar, zur Erforschung der „Unbedenklichkeit von Handystrahlung“.

 

DNA-Strangbrüche

 

Schäden an den DNA-Strängen, die in erster Linie durch ionisierende Strahlung (z.B. auch Röntgenstrahlung oder Gammastrahlung) entstehen. Sie gelten als eine Vorstufe zu Krebs. Forscher aus aller Welt finden zunehmend DNA-Strangbrüche auch bei Handystrahlung.

 

Reflexstudie Wien

 

Die Studie wurde von der EU im Rahmen des Quality of Life and Management of Living Resources-Projekts gefördert und von Pr. Dr. Adlkofer und Pr. Dr. Rüdiger u.a. an der Medizinischen Universität Wien durchgeführt. Sie konnte Genschädigung durch hochfrequente elektromagnetische Felder beweisen, wie sie im Mobilfunk eingesetzt werden. Es zeigte sich außerdem, dass diese bereits weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen SAR-Grenzwerte von 2 W/kg stattfinden kann und somit, dass der SAR-Wert nicht zum Schutz der Verbraucher geeignet ist. Eine Folgestudie wurde nicht genehmigt.

 

Wiener Skandal

 

Zwei Artikel in der deutschen Zeitschrift Spiegel behaupteten 2008 einen „Fälschungsskandal“ im Zusammenhang mit der Wiener Reflexstudie. Dem Forscher Professor Rüdiger wurde darin eine Affäre mit einer Laborantin unterstellt, die für ihn Daten manipuliert haben soll. Die Vorwürfe stellten sich als haltlos heraus

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IARC

 

„International Agency for Research on Cancer“ – Krebsforschungs-Department der WHO in Lyon, das für die Sammlung, Sichtung und Bewertung aller Forschung auf dem Gebiet zuständig ist. Die IARC stuft die elektromagnetische Strahlung von Handys mit der Kategorie 2B ein, die „möglicherweise krebserregend“ bedeutet.

 

FOMO

 

Ein wachsendes Phänomen des Mobilfunkzeitalters, die Abkürzung steht für „Fear of Missing Out“. Es bezeichnet die Stressgefühle, die es auslösen kann, mit dem Handy ständig auf dem aktuellsten Stand zu sein, keine Anrufe zu verpassen, auf Nachrichten zu antworten und Soziale Medien zu verfolgen. Der durchschnittliche Handynutzer von heute schaut laut einer britischen Studie 285 mal pro Tag auf sein Handy. 

 

Krebs 

 

Krebs ist eine ganze Gruppe von Krankheiten, die abnormes unkontrolliertes Zellwachstum gemeinsam haben. In einem gesunden Körper werden Zellen durch einen natürlichen Kreislauf aus Wachstum und Tod regelmäßig ersetzt. Schäden oder Änderungen im Erbgut von Zellen, die durch äußere oder innere Faktoren ausgelöst werden können, sorgen manchmal dafür, dass Zellen nicht sterben. Sie vermehren daher sich so lange bis eine Ansammlung von Zellen, die zu einem Tumor werden kann. Die meisten krebsbedingten Todesfälle sind auf Metastasen zurückzuführen, die entstehen, wenn sich die wuchernden Krebszellen über den Blutkreislauf verbreiten und in anderen Teilen des Körpers festsetzen.  Krebs ist heute die Haupttodesursache für Menschen unter 85 Jahren. 

 

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